Wollen wir als Führungskraft unserer Führungsrolle gerecht werden, dann benötigen wir neben erlern- und trainierbaren Führungskompetenzen und dem klaren Bild über die Anforderungen, die an unsere Führungsrolle geknüpft sind, ein „Selbst-bewusst-sein“ über die eigenen Werte, Bedürfnisse, Antreiber/Motive, Stärken, Schwächen und Entwicklungspotenziale.
Dies erfordert regelmäßige Auszeiten um sich seiner Selbst bewusst zu werden.
Wir sollten uns zu jeder Zeit Raum geben, unsere Entscheidungen zu reflektieren und hierbei unterschiedliche Rollenanforderungen zu berücksichtigen.
Um anschaulich und emotional fassbar zu machen, dass Führungskräfte unterschiedliche Rollenanforderungen annehmen müssen, eignet sich das Modell des „inneren Führungsteams“.
Das „Innere Führungsteam“ stellt eine Abwandlung des Modells „Inneres Team“ von Schulz von Thun“ dar, unterscheidet sich in seiner praktischen Anwendung jedoch grundlegend vom Ausgangsmodell.
Das Modell veranschaulicht die verschiedenen „Inneren Teamplayer“, die man in sich vereinen sollte, um als Führungskraft erfolgreich zu sein.
Um als Führungskraft langfristig erfolgreich zu sein, gilt es, mehrere Rollenanforderungen unter einen Hut zu bringen. Diese werden wie folgt bezeichnet:
Unternehmer – Als Unternehmer bzw. Vertreter des Unternehmens müssen Sie die wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens im Blick behalten und Ihren Verantwortungsbereich so führen, dass Ihre Mitarbeiter den entsprechenden Beitrag zum Gesamtunternehmenserfolg leisten können.
Experte – Als Experte sind Sie verantwortlich für die Gestaltung sinnvoller Arbeitsabläufe und sichern die Qualität Ihrer Produkte bzw. Dienstleistungen.
Sie sorgen dafür, dass die Arbeiten in ihrem Verantwortungsbereich qualifiziert und effizient ausgeführt werden. Sie positionieren sich als Experte für Ihr Portfolio, Ihren Markt etc. gegenüber Ihren internen und externen Stakeholdern.
Coach – Als Coach schaffen Sie ein leistungsförderndes Arbeitsumfeld und sind verantwortlich für die gezielte Entwicklung Ihrer Mitarbeiter und somit auch Ihres Teams.
Mensch (selbst betroffener Mensch) –Als Mensch sind Sie sich selbst verpflichtet, ihren eigenen Werten, ihrer Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Sie agieren zu jeder Zeit nicht nur als Funktionsträger, sondern auch als Mensch. Sie müssen bereit sein, für Ihr eigenes Handeln einzustehen und Verantwortung hierfür zu übernehmen.
Die Reflexion der Perspektive „Mensch“ ist für sehr rationale Führungskräfte besonders herausfordernd, zugleich aber von besonderer Bedeutung.
Sie bildet die Grundlage für die Fähigkeit zur Selbstexploration im Rahmen von Gesprächen aller Art im Führungsalltag. Denken wir hierbei z. B. an Feedback- bzw. Kritikgespräche, bei denen der Aspekt der Selbstkundgabe ganz wesentlich zu einer konstruktiven und wertschätzenden Kommunikation beiträgt.