Jeder, der sich schon einmal die Zeit genommen hat, für sich und über sich zu Schreiben, weiß, dass das gar nicht so einfach ist.
Insbesondere, wenn es darum geht, die eigenen physischen und psychischen Befindlichkeiten, sowie Gefühle, Ängste, Hoffnungen und Wünsche auf den Punkt zu bringen.
Dies erfordert Geduld und Übung, denn wir haben es in unserem Alltag schlicht und ergreifend verlernt in uns hinein zu Hören.
Wir funktionieren, interpretieren und bewerten so wie wir es gewohnt sind.
Unser Gehirn trifft im Alltag über 80% der Entscheidungen, ohne dass wir es mitbekommen, also unbewusst.
Ganz auf Sicherheit, Ordnung und Risikovermeidung ausgerichtet, filtert unser Gehirn alles systematisch heraus, was nicht in unser Bild passt.
Wir sehen und hören, was wir sehen und hören wollen und konstruieren unsere eigene Wirklichkeit.
Wir nehmen wahr, was unseren Überzeugungen (Glaubenssätzen) entspricht, was unseren Erfahrungen gleicht und unsere Gedanken uns vorgeben. Man spricht hier auch von selektiver Wahrnehmung.
Was wir wahrnehmen, beeinflusst unsere Handlungen. Diese wiederum, sind verantwortlich für die Ergebnisse, die wir erzielen bzw. für die Lebenswege, die wir einschlagen.
Unser Gehirn hat auf diese Weise einen Weg gefunden, der dauerhaften Reizüberflutung zu entgehen. Statt einer Million Reize pro Sekunde, erreichen uns durch dieses Filtersystem nur noch 400 Reize pro Sekunde. Das spart Energie und ermöglicht uns eine schnelle Entscheidungsfindung.
Gut, wenn wir uns auf unser Gehirn verlassen können und in kritischen Situationen auf unsere Instinkte und Überlebensprogramme zurückgreifen können.
Doch wir sollten uns regelmäßig hinterfragen, ob unsere Filter auch für unseren Alltag noch zeitgemäß sind, ob Sie unserer Zielerreichung hinderlich oder dienlich sind.
Wenn Sie sich auch manchmal fragen, ob dass, was Sie jeden Tag entscheiden, tun und schlussfolgern richtig und zielführend ist, dann sollten Sie sich hin und wieder 20-30 Minuten Zeit nehmen, um in sich hinein zu Hören und alles aufzuschreiben was in Ihnen vorgeht.
Das Schreiben ermöglicht Ihnen das, was man vorher nur als flüchtigen Gedanken vor dem geistigen Auge hat vorbeirauschen sehen, auf Papier oder auf den Bildschirm zu bringen.
Seien es Ziele, Ängste, Sorgen, Wünsche, Ideen, Erfahrungen, Vorsätze, besondere Erlebnisse, Fragestellungen, Erinnerungen, Gefühle oder Überzeugungen, alles ist erlaubt.